Sachverständige und Medienauftritte: Wie verhält man sich richtig?

Medienauftritt

Medienauftritt

Viele Fälle, bei denen Sachverständige und Gutachter beauftragt werden, spielen auch für die Medien eine Rolle. Die Besonderheit für Sachverständige ist dabei, dass plötzlich nicht mehr nur in schriftlichen Gutachten nach einer Meinung gefragt wird, sondern möglicherweise auch in Interviews. Wir verraten, worauf Sie achten sollten, wenn es um den cleveren Umgang mit den Medien geht!

Es kann beispielsweise Gerichtverfahren geben, bei denen Medien anwesend sind und über deren Verlauf berichten. Möglicherweise gab es einen besonders kuriosen Unfall, den Medien gerne thematisieren. Und vielleicht gibt es sogar einen Fall, bei denen Prominente involviert sind. Was auch der Anlass sein mag: Für Sachverständige gilt in alle diesen Situation, mit Aussagen und Einschätzungen besonders vorsichtig zu sein. Eine klare Ausdrucksweise, die keine Fehlinterpretation zulässt, ist wichtig. Und wer es klug anstellt, kann die Medienaufmerksamkeit sogar für sich nutzen.

 

Stolperfalle Interview: Das sollten Sie beachten

Presseleute haben herausgefunden, dass Sie der zuständige Sachverständige sind? Nun werden Sie angerufen oder persönlich angesprochen, um ein Statement abzugeben? Dann vermeiden Sie in jedem Fall Aussagen zu Dingen, die noch unklar oder nicht eindeutig sind. Vermeiden Sie außerdem Zahlen und Fakten – das wirkt negativ und kann sich im Nachhinein vielleicht noch ändern. Glaubhaft sind Ihre Worte vor allem dann, wenn das Gesprochene mit Ihrer Körpersprache übereinstimmt. Argumentieren Sie einfach und für alle verständlich. Und wenn Sie emotionale Anteilnahme zeigen, wirken Sie nach außen hin auch für Menschen, die Sie nicht kennen, sympathischer.

 

Stolperfalle Pressefragen: Das sollten Sie beachten

Journalisten wollen häufig Infos herauskitzeln, die neu und spannend sind. Um das zu erreichen, kann Provokation ein hilfreiches Mittel sein. Genauso wie Penetranz. Hier gilt vor allem: Bewahren Sie Ruhe! Lassen Sie sich nicht aus dem Konzept bringen und nehmen Sie sich Zeit, Ihre gut vorbereiteten Antworten zu geben. Vermeiden Sie unruhige Gesten, häufiges Schlucken oder erhöhte Augenaufschläge, um einen gefestigten Eindruck zu vermitteln. Um zu entschleunigen, hilft es, beispielsweise einen Schluck Wasser zu trinken. Achten Sie bewusst auf ein verlangsamtes Sprechtempo. Und falls Ihnen eine Frage unklar ist, kommunizieren Sie das, statt zu versuchen, eine Antwort darauf auf „gut Glück“ zu konstruieren.

 

Stolperfalle Gesten: Darauf sollten Sie achten

Nicht nur im Gespräch mit Menschen, sondern vor allem auch dann, wenn Sie gefilmt werden, spielen Gesten eine besondere Rolle. Denn die sagen häufig mehr als alle Worte. Um hier nicht in Verlegenheit gebracht zu werden, achten Sie auf eine generell ruhige und dezente Gestikulation. Vermeiden Sie Hand-Gesicht-Berührungen – beispielsweise wenn Sie sich im Gesicht kratzen. Auch sogenannte spitze Gesten, also beispielsweise mit dem Finger auf jemanden zu zeigen, kommen weniger gut an. Auch extreme Gesichtsausdrücke, die beispielsweise Aggressivität oder Sarkasmus deutlich machen, gilt es zu vermeiden.

 

Medienauftritte clever nutzen

Wenn Sie bei Medienauftritten so richtig beeindrucken möchten, haben wir einige Tipps für ein geeignetes Verhalten für Sie. Wer die beachtet, ist weit vorne:

 

  • direkter, langer Blickkontakt vermittelt Selbstsicherheit
  • aufrechte Sitzhaltung und beide Beine auf dem Boden vermittelt Standfestigkeit
  • beim Gestikulieren immer mit festen Handgelenken arbeiten
  • beim Geben von Erklärungen häufiger beide Handinnenflächen zeigen
  • ?bei Aufzählungen oder mehreren Argumenten den „Handkantenschlag“ einsetzen
  • bei wichtigen Aussagen den Zeigefinger nach oben heben und halten

 

Aber den absoluten Master-Tipp haben wir jetzt für Sie: üben, üben, üben. Sollten Sie es in Ihrer Sachverständigentätigkeit häufiger mit Medien zu tun haben, lohnt sich ein Training in Sachen Öffentlichkeitsarbeit ganz sicher!

 

Wir wünschen auch weiterhin viel Erfolg,

 

Ihr DGSV-Team