Ist man als Sachverständiger eigentlich ein Gewerbetreibender oder Freiberuflicher?

Arbeitet ein Sachverständiger gewerblich oder freiberuflich?

Arbeitet ein Sachverständiger gewerblich oder freiberuflich?

Dieser Differenzierung begegnen Selbstständige immer wieder während ihrer Laufbahn: Ist man eigentlich Gewerbetreibender oder Sachverständiger? Denn vor allem bei steuerlichen Angelegenheiten wird das zu einem wichtigen Thema.

Was macht den entscheidenden Unterschied?

Haben Sie, als Sie sich als Sachverst√§ndiger selbstst√§ndig gemacht haben, einen Gewerbeschein beantragt und ein Gewerbe angemeldet? Oder als Freiberufler einfach losgelegt? Wichtig: Wenn Sie ein Gewerbe angemeldet haben, m√ľssen Sie auch entsprechende Gewerbesteuer zahlen. Doch was macht nun eigentlich den Unterschied?

Im Einkommenssteuergesetz ¬ß15 Abs. 2 sind die Punkte aufgef√ľhrt, die eine gewerbliche T√§tigkeit auszeichnen:

  • selbstst√§ndig,
  • nachhaltige Bet√§tigung,
  • mit der Absicht, Gewinn zu erzielen, ?unternommen wird und
  • die als Beteiligung am allgemeinen wirtschaft?lichen Verkehr darstellt, ist danach Gewerbe, wenn diese Bet√§tigung nicht nach ¬ß 13 oder ¬ß18 Einkommensteuergesetz (EStG) als Aus√ľbung
  • von Land- und Forstwirtschaft (¬ß13 EStG),
  • Bestandteil eines freien Berufs (¬ß 18 Abs.1 Nr.1 EStG),
  • oder Bestandteil einer sonstigen selbstst√§ndigen Arbeit ?(z.B. Verwaltung eigenen Verm√∂gens – ¬ß18 Abs.1 Nr. 3 EStG)) anzusehen ist.

 

Bei der freiberuflichen Tätigkeit sieht die Definition nach §18 Abs. 1 im Einkommensteuergesetz wie folgt aus:

  • selbstst√§ndig und eigenverantwortlich t√§tig
  • √ľbt eine wissenschaftliche, k√ľnstlerische, schriftstellerische, unterrichtende oder erzieherische T√§tigkeit aus

F√ľr freie Berufe muss nicht zwingend ein Hochschulstudium abgeschlossen worden sein. Eine Ausbildung (wissenschaftlicher Art) gen√ľgt. Zudem m√ľssen Freiberufler sich nicht beim Gewerbeamt melden und keine Gewerbesteuer zahlen. Einzig die Steuernummer wird beantragt.

 

Wie ist das nun auf Sachverst√§ndige zu √ľbertragen?

Bei uns Sachverst√§ndigen ist die Sache nicht ganz unkompliziert. Laut Definition ist ein Sachverst√§ndiger gewerblich t√§tig, wenn er an seine Marktkenntnisse oder an seiner gewerblichen oder handwerklichen Erfahrung ankn√ľpft. Treten kommerzielle Gesichtspunkte in den Vordergrund, ist der Sachverst√§ndige ebenfalls gewerblich t√§tig. Arbeitet der Sachverst√§ndige allerdings auf Grundlage seiner Disziplinen, die er an einer Hochschule gelernt hat und nach sachlichen und objektiven Gesichtspunkten, ist er ein Freiberufler.

Bei dem Kfz-Sachverst√§ndigen gibt es noch einmal eine kleine √Ąnderung. Dieser ist nur dann freiberuflich t√§tig, sofern er Ingenieur ist und Gutachten f√ľr Unfallsch√§den erstellt. Alle anderen Kfz-Sachverst√§ndigen m√ľssen ein Gewerbe anmelden.

F√ľr alle Sachverst√§ndigen, die unsicher sind, kann sich der Gang zum Finanzamt oder zu einem Steuerberater lohnen. Denn hier werden die entsprechenden Ausk√ľnfte erteilt. Sich im Vorfeld zu informieren, ist auf jeden Fall besser, als sp√§ter die Kosten zu tragen.

In diesem Sinne w√ľnschen wir Ihnen auch weiterhin viel Erfolg,

Ihr DGuSV-Team