
Wer als Gutachter oder Sachverständiger arbeitet, kennt das Problem: Kaum beginnt man mit einem Gutachten, klingelt das Telefon. Kurz darauf trifft eine E-Mail ein, zwischendurch meldet sich ein Auftraggeber mit einer Rückfrage und schon ist der Gedanke weg, an dem man gerade gearbeitet hat.
Am Ende des Tages hatte man das Gefühl, permanent beschäftigt gewesen zu sein – und trotzdem ist das Gutachten noch immer nicht fertig.
Kommt Ihnen das bekannt vor? Dann sind Sie nicht allein. Gerade im Sachverständigenwesen gehören Unterbrechungen fast zum Berufsalltag. Umso wichtiger ist es, bewusst Zeit für konzentriertes Arbeiten einzuplanen. Wir stellen Ihnen eine Methode vor, die alles toppt!
Eine Methode, die sich dabei seit vielen Jahren bewährt, ist die sogenannte Pomodoro-Technik.
Effizienter arbeiten: Warum Multitasking oft Zeit kostet
Viele Menschen glauben, mehrere Aufgaben gleichzeitig erledigen zu können. Tatsächlich zeigt sich jedoch: Unser Gehirn arbeitet nicht parallel, sondern wechselt ständig zwischen den Aufgaben.
Jeder dieser Wechsel kostet Konzentration – und damit Zeit.
Für Gutachter ist das besonders problematisch. Die Erstellung eines Gutachtens erfordert Präzision, logisches Denken und höchste Sorgfalt. Wer dabei ständig unterbrochen wird, braucht oft mehrere Minuten, um wieder vollständig in den Gedankengang zurückzufinden.
Das Ergebnis: Die Arbeit dauert länger und Fehler schleichen sich leichter ein.
Die Pomodoro-Technik: einfach, aber wirkungsvoll
Die Idee hinter der Pomodoro-Technik ist erstaunlich simpel.
Anstatt stundenlang ohne Pause zu arbeiten oder sich permanent ablenken zu lassen, wird der Arbeitstag in kurze Konzentrationsphasen eingeteilt.
Das Prinzip:
- 25 Minuten konzentriert an nur einer Aufgabe arbeiten
- 5 Minuten bewusst Pause machen
- Nach vier Arbeitsblöcken eine längere Pause von etwa 20 bis 30 Minuten einlegen
Der Vorteil: Der Zeitraum von 25 Minuten wirkt überschaubar. Das Gehirn kann sich leichter vollständig auf eine Aufgabe konzentrieren, ohne ständig an die vielen anderen offenen Punkte zu denken.
Warum diese Methode gerade für Gutachter funktioniert
Im Gutachteralltag gibt es zahlreiche Tätigkeiten, die ungestörte Konzentration erfordern:
- Gutachten schreiben
- Unterlagen auswerten
- Fotos dokumentieren
- Messdaten analysieren
- Stellungnahmen formulieren
Für genau diese Arbeiten eignen sich Fokusphasen hervorragend.
Viele Sachverständige berichten, dass sie in einer einzigen konzentrierten Einheit oft mehr schaffen als in mehreren Stunden mit ständigen Unterbrechungen.
Nicht weil sie schneller arbeiten – sondern weil sie konzentrierter arbeiten.
Als Gutachter endlich effizienter arbeiten: kleine Veränderungen mit großer Wirkung
Natürlich besteht der Arbeitsalltag nicht nur aus Gutachtenerstellung. Telefonate, Ortstermine und E-Mails gehören selbstverständlich dazu.
Dennoch gibt es einige einfache Gewohnheiten, die den Tagesablauf deutlich entspannter machen können.
Beispielsweise:
- E-Mails nur zwei- bis dreimal täglich bearbeiten
- ähnliche Aufgaben bündeln
- Telefonate nach Möglichkeit außerhalb der Fokusphasen führen
- Checklisten für wiederkehrende Abläufe nutzen
- feste Zeitfenster für Gutachten reservieren
Oft sind es genau diese kleinen Veränderungen, die langfristig den größten Unterschied machen.
Pausen sind kein Zeitverlust
Ein häufiger Irrtum lautet: Wer Pausen macht, arbeitet weniger.
Das Gegenteil ist der Fall.
Kurze Erholungsphasen helfen unserem Gehirn dabei, Informationen zu verarbeiten und neue Konzentration aufzubauen. Wer ohne Unterbrechung mehrere Stunden arbeitet, wird meist langsamer und unkonzentrierter.
Die fünf Minuten Pause zwischen den Arbeitsblöcken sind deshalb kein Luxus – sondern Teil der Methode.
Ein kurzer Spaziergang, etwas Bewegung oder ein Glas Wasser reichen häufig schon aus, um mit neuer Energie weiterzuarbeiten.
Effizienz bedeutet nicht, mehr zu arbeiten
Im Sachverständigenwesen geht es nicht darum, möglichst viele Gutachten in kürzester Zeit zu erstellen. Es geht darum, qualitativ hochwertige Arbeit zu leisten – und gleichzeitig die eigene Zeit sinnvoll einzusetzen.
Wer konzentrierter arbeitet, gewinnt häufig Freiräume für das, was im Alltag oft zu kurz kommt: den persönlichen Austausch mit Auftraggebern, Weiterbildung oder schlicht eine bessere Work-Life-Balance.
Gerade in einem Beruf, der von Präzision lebt, ist Effizienz kein Selbstzweck, sondern ein Qualitätsmerkmal.
DGuSV-Praxistipp: Probieren Sie die Pomodoro-Technik eine Woche lang aus. Reservieren Sie sich jeden Vormittag zwei Fokusblöcke à 25 Minuten ausschließlich für die Gutachtenerstellung – ohne E-Mails, Telefon oder andere Ablenkungen. Viele Sachverständige stellen bereits nach wenigen Tagen fest, dass sie konzentrierter arbeiten und ihre Gutachten schneller fertigstellen.

DGuSV-Praxistipp: Probieren Sie die Pomodoro-Technik eine Woche lang aus. Reservieren Sie sich jeden Vormittag zwei Fokusblöcke à 25 Minuten ausschließlich für die Gutachtenerstellung – ohne E-Mails, Telefon oder andere Ablenkungen. Viele Sachverständige stellen bereits nach wenigen Tagen fest, dass sie konzentrierter arbeiten und ihre Gutachten schneller fertigstellen.
Fazit: weniger Multitasking, mehr Fokus!
Der Arbeitsalltag eines Gutachters wird sich auch künftig nicht völlig frei von Unterbrechungen gestalten lassen. Umso wichtiger ist es, sich bewusst Zeiten für konzentriertes Arbeiten zu schaffen.
Die Pomodoro-Technik zeigt eindrucksvoll, dass oft schon kleine Veränderungen große Wirkung entfalten können. Probieren Sie es doch einfach mal aus. Und wer weiß, mit ein bisschen Traning kann sich diese Technik schnell zu einem echten Effizienz-Booster entwickeln.
Oder anders gesagt:
Nicht die Anzahl der Arbeitsstunden entscheidet über gute Ergebnisse – sondern die Qualität der Konzentration während dieser Zeit.
