Welche Rolle spielt Menschenkenntnis in der Sachverständigentätigkeit?

Menschenkenntnis

Menschenkenntnis

Sachverständiger und Gutachter haben in ihrem Arbeitsalltag immer wieder mit Menschen zu tun – vor allem in Situationen, in denen Fingerspitzengefühl gefragt ist. Da kann es schon hilfreich sein, wenn man über einen gewissen Grad an Menschenkenntnis verfügt. Doch warum ist sie eigentlich so wichtig und wie genau lässt sich diese Kenntnis einsetzen? Das klären wir hier im Folgenden!

Was bedeutet Menschenkenntnis?

Menschenkenntnis bezeichnet die Fähigkeit, den Charakter eines Menschen zu deuten und die damit verbundenen Verhaltensweisen schnell einzuschätzen. Der Vorteil: Daraus lassen sich dann Handlungen und Entscheidungen besser voraussehen. Man kann sich entsprechend darauf einstellen und seine eigenen Reaktionen strategisch abwägen.

 

Was lässt sich mit Menschenkenntnis anstellen?

Unsere intuitive Menschenkenntnis entscheidet in der Regel darüber, ob uns unser Gegenüber sympathisch ist oder ob wir ihn vertrauenswürdig finden und dergleichen. Wenn wir Menschenkenntnis positiv nutzen, können wir mithilfe der Kenntnis andere motivieren und überzeugen. Auf der anderen Seite kann Menschenkenntnis auch „missbraucht“ werden, um andere zu manipulieren.

 

Wie funktioniert Menschenkenntnis?

Generell ist Menschenkenntnis allerdings ein sehr komplexer Vorgang, der abhängig von vielen Einflussvariablen ist. Darunter natürlich auch Fehlerquellen, die eine wichtige Rolle spielen. Unsere Wahrnehmung ist dabei das Instrument, das uns die wichtigen Informationen liefert. Zwar kann unsere Wahrnehmung durchaus sehr präzise sein, allerdings hat unser Gehirn das Problem, dass nicht alle Informationen gleichzeitig wahrgenommen werden können. Es kann passieren, dass wir willkürlich Informationen hinzufügen und streichen. Beeinflusst wird unsere Wahrnehmung nämlich unterbewusst immer von eigenen Erfahrungen, Wünschen, Bedürfnissen und Vorurteilen.

 

Können wir daraus auch etwas über uns selber lernen?

Der erste Eindruck ist zwar prägend, aber längst nicht allesentscheidend. Denn oftmals offenbaren sich Wesenszüge erst im weiteren Verlauf eines Kennenlernens. Und doch gaukelt uns unsere Wahrnehmung vor, beim ersten Aufeinandertreffen alles erfasst zu haben, was sich bei weiteren Treffen bestätigt. Hier filtern und spalten wir entsprechend unserer Vorurteile völlig willkürlich. Wenn das passiert, ist es gut, die Menschenkenntnis auch bei sich selbst anwenden zu können. So wären wir dann imstande, unsere eigenen „Tricks“ zu entlarven und nicht darauf hereinzufallen.

 

Als Gutachter Menschenkenntnis im Arbeitsalltag einseten

Warum das alles in der Gutachter- und Sachverständigentätigkeit relevant sein kann? Weil Sie dadurch Kundengespräche viel besser für sich nutzen können. Sie können die Gespräche besser lenken, handhaben und für sich nutzen. Auch wenn es um Einschätzungen von Schuld oder Unschuld geht, hilft Menschenkenntnis enorm.

 

Unsere menschliche Intuition droht durch smarte Technologie immer weiter in den Hintergrund zu rücken. Dabei ist sie so wertvoll im Umgang miteinander und kann so viel bewegen. Achten Sie mal auf Ihre ganz persönliche Menschenkenntnis. Und wenn Sie mehr darüber erfahren wollen, gibt es ein breites Angebot an Kursen und Workshops – bestimmt auch in Ihrer Nähe!

 

Viele Grüße,

Ihr DGSV-Team